Monthly archives "September 2019"

Nerv ich noch oder hasst du schon? Part II

Wir befinden uns gerade beim Ultraschall unseres kleinen Kickboxmeisters. Seine Werte sind toll, klein wird er ja sowieso nicht. Die Perzentille perfekt und Mami bekommt mal wieder eine Spritze! Dieses Mal steht der Keuchhusten auf dem Programm. Papi happy, Mami happy, FrauenĂ€rztin happy… beim Zuckerarzt bin ich noch nicht so sicher… 😉

Der nĂ€chste Morgen. Brav schicke ich meine alarmierend hohen Zuckerwerte, *merkschdironie?* an die DiĂ€tologin und warte auf ihren Anruf. Der lĂ€sst natĂŒrlich nicht lange auf sich warten. Noch ist sie nett und freundlich, doch – achtung Spoiler – dass soll sich bald Ă€ndern! *DoischunsriEmojitanteusemletschteBlogwieder*

Kurz zu meinen Werten: (Ich gehe ja immer noch davon aus, dass sich irgendjemand dafĂŒr interessiert! 🙂 ) Nach dem Essen immer super, morgens von 7x stupfen, 5x zu hoch und mit zu hoch reden wir von 5.4-5.5. Die Toleranzgrenze liegt noch immer bei 5.3… also generell mĂŒsste ich gemĂ€ss Ärzten bereits eine ZuckersĂ€ule sein!

Der Anruf kommt. Blabla… blablabla…blaa… Wir raten DRINGEND zu Insulin am Abend!!!! *Doing* Ich lehne mich relaxed in meinem BĂŒrostuhl (Ja sorry, das Telefonat fand wĂ€hrend der Arbeit statt) zurĂŒck und hole Luft. Wieso klappt das jetzt am Telefon eigentlich mit der Augenbraue??!! Okay, also als Erstes „NEIN! Ich nehme kein Insulin, danke!“ Ich höre ein schweres Atmen auf der anderen Seite. Bevor die Dame etwas sagen kann, gehe ich zum Angriff, ist ja schlussendlich die beste Verteidigung, oder? 🙂 Also nochmal: „Erstens nehme ich kein Insulin, da wir bereits herausgefunden haben, dass die Werte innert Sekunden stark schwanken können.“ (Ich hatte tatsĂ€chlich einmal nach dem Essen, wegen technischer Probleme mehrfach innert 2-3 Minuten gepiekst und oooh welch Wunder…. hatte in genau dieser Reihenfolge: 8.6, 7,5, 7,8 und 6.2) Dies wurde mit folgender ErklĂ€rung fachmĂ€nnisch aufgeklĂ€rt: *Achtunghebdi!* „Wir wissen, dass die Werte schwanken können, können da aber aus Erfahrung sagen, dass die Werte dennoch zu hoch sind!“ *Neiduseisch*

Ich erklĂ€re weiter: „Da es mehrere Möglichkeiten fĂŒr meinen VIEL ZU HOHEN NÜCHTERNWERT gibt, wie z.b. Dawn-PhĂ€nomen, nĂ€chtliche Essattacken, unruhiger Schlaf, denn dauernd Pipi oder einfach Hormone, bringt es meiner Meinung nach nicht viel, meiner BauchspeicheldrĂŒse auch noch die Arbeit abzunehmen. Des Weiteren ist ein Anstieg der morgendlichen Zuckerwerte auf Grund von zusĂ€tzlicher Insulinzufuhr bekannt, was im Erhöhen genau Selbiger resultiert.“ *glaubschneddassisoredekahĂ€?* Wer jetzt denkt ich wĂ€re giftig… JA ich brauch das, kann mein Ehemann bestĂ€tigen! 😉

Die höchst verĂ€rgerte Antwort: „Die Entscheidung liegt natĂŒrlich nach wie vor bei Ihnen, doch raten wir DRINGEND zum Insulin, alles andere ist FahrlĂ€ssig. Ausserdem liegt UNS das Wohl des Babys sehr am Herzen! Sie mĂŒssen wissen, dass auf Grund der Gestationsdiabetes (meiner Meinung nach noch immer nicht vorhanden!) diverse Problematiken und Geburtsschwierigkeiten entstehen können. Wir mĂŒssen Ihre Ärztin darauf aufmerksam machen und lehnen jegliche Haftung ab… blablabla…“ *Sorrykasnedanderssage*

„Tun Sie das, ich kontrollier mich selber weiter, schicke ihnen mein Tagebuch und melde mich, wenn der Zucker WIRKLICH ansteigt. AdĂ© Merci!“

NatĂŒrlich habe ich weiter kontrolliert und musste mir eine Woche spĂ€ter wieder anhören … Insulin… wichtig… etc. etc. (Die Werte nach wie vor absolut im Rahmen!)

Jetzt wĂ€re ich nicht ich, wĂŒrde ich nicht nach Lösungen fĂŒr mein nicht vorhandenes Problem suchen. Was bedeutet, ich bin seit 2 Wochen zum Trinker mutiert! *KeinWitz* Jeden Abend vor dem zu Bett gehen, gibt’s einen Shot … Apfelessig! 🙂 Mein morgendlicher Bettsport vor dem Messen, der in Form von lautfluchender, Schweiss begleiteter, in-die-StĂŒtzstrĂŒmpfe-pressender, TurnaktivitĂ€t resultiert, tut den Rest. 😉 *SchönwiedranmimLĂ€bĂ€könnetteilha*

Das wĂ€rs fĂŒr de Moment, ich warte jetzt gespannt auf meine Babyshower Party! 🙂 Adee

Nerv ich noch oder hasst du schon?

Hach sorry, da musste ich mich einfach ein wenig bei dem Slogan eines skandinavischen HackfleischbĂ€llchenservierenden-Möbelladen bedienen. 🙂

„Siegswieswell“ eigentlich geht’s heute um eines meiner Lieblingsthemen (*keinwitz*) die Schul(d)medizin! An der Stelle gleich ein Spoiler fĂŒr alle Medizinstudenten, Pflegefachfrauen, MPA’s und solche die’s noch werden wollen… JA ich stehe den Spritzenschwingenden-BakterienzĂ€hlern etwas kritisch gegenĂŒber. 😉

Kennt ihr meine Geschichte? Falls nicht empfehle ich vorgĂ€ngig, sich die Cheeky Story mit all ihren Ärzten reinzupfeiffen!

Wieso also jetzt schoooon wieder die Ärzte? Sagen wir’s mal so, dieses Mal triffts die Halbgötter-in-Weiss vielleicht nicht ganz so extrem… eher deren „bringmrlĂ€ngmrholmr-gspĂ€nli“.

So, mein Walfanten-Dasein, andere nennen es auch Schwangerschaft, bringt etliche Untersuchungen mit sich… und Spritzen… und Berater… und Besserwisser… uuuund Zuckerhassende-nur-GemĂŒsebreiessende-indenFingerstupps-Fanatiker!! Ich glaube man nennt sie auch DiĂ€tologen oder Diabetologen, Diabetesologen… Wieviele „ologen“ gibt’s denn eigentlich?? Da geht der Zoologe zum Psychologe, dieser schickt ihn dann zum Urologe (*jaiweissdofĂ€hlepaarN*), welcher fĂŒhrt den Monologe und blĂ€ttert in seinem Kataloge, befragt sogar den Astrologe, der schon sieht die Lichtwoge, und die Moral von der Geschicht? Auch der Neurologe weiss es nicht! (Sorry, ha grad de tĂ€glech Hirnussetzer ka)

ZurĂŒck zu meinen DiĂ€tologen. Mein Zuckertest ergab, hört hört (!!) einen NĂŒchternwert von 5.3mmol/l, ALARM!!!! Die Toleranzgrenze liegt bei 5.2 (die mmol/l spar ich mir jetzt einfach mal) „Sie mĂŒssen sofort in die Diabetesberatung, das könnte sonst gefĂ€hrlich werden!“ ÄhĂ€ na zum GlĂŒck bin ich nicht leicht einzuschĂŒchtern. Also gut, wir gehen ein paar Tage spĂ€ter in die erste Beratung. Dort bekomm ich Rezepte fĂŒr „StupfgrĂ€tli“, Teststreifen und Nadeln… gaaanz viele Nadeln…. „Bitte pieksen Sie sich 6x am Tag!“ Wie jetzt?? Sechs Mal?? „Ja, immer vor dem Essen und 2 Stunden danach!“ Okay, die meinen es echt ernst! Übrigens 2 Stunden nach meinem Abendessen, wĂ€re dann mitten in der Nacht. 😉

An dieser Stelle möchte ich gerne kurz etwas Ernstes loswerden! Alle Diabetiker haben meinen vollsten Respekt fĂŒr die ganze Piekserei und was sie alles ertragen mĂŒssen! Ich möchte mich auf keinen Fall ĂŒber sie oder Ihre Krankheit lustig machen, ich rede wirklich nur ĂŒber meinen „lĂ€cherlichen“ Fall!!

Also weiter… ich frage die Dame, ob ihr denn bewusst sei, dass ich generell auf Blut in den Fingern stehe? Hilft nichts.. stechen… eine Woche lang!

Kurz und knapp… nach einer Woche stellte sich heraus, mein Blutzucker ist immer super, AUSSER Morgens (der NĂŒchternwert also). Der war generell bei 5.4. „Eifachnosoasinfowellsjedeintressiert“ (Mir wird gerade bewusst, dass ich tatsĂ€chlich einen Blog ĂŒber meinen, meiner Meinung nach, nicht vorhandenen Blutzucker schreibe… „EmojidasssichmitderHandandieStirnfasst“

Man höre und staune, wo bei der FrauenĂ€rztin die Toleranzgrenze noch bei 5.2 lag, liegt sie bei den Zuckerprofis bei 5.3. Bin ich die Einzige, die sich jetzt am Kopf kratzt und fragt: Wieso? Dann hĂ€tte ich mir das Ganze doch sowieso sparen können? Ah Moment… hab da etwas vergessen… gibt ja dann wieder kein Geld! 😉

Na gut, nochmal eine Woche pieksen, juhuuu die Fingerkuppen freuts, nur noch jeden zweiten Tag 4x, sonst nur morgens. Dieses Mal nicht mehr mitgeteilt von der Beraterin, sondern direkt vom Arzt, bei dem hatte ich nĂ€mlich auf Grund meines HOHEN Zuckerwerts die Audienz! „SEmojilĂ€ngtsichwiederanKopf“ Da ich nĂ€mlich unter einem sogenannten Night-eating-Syndrom oder auch Zombie-eating, von mir aus nennt es auch Schlafwandeln „leide“, war die Gute wohl etwas ĂŒberfordert mit mir.  Der Arzt hingegen sichtlich angetan, war ich doch in seinen Augen die fleischgewordene Diabetesschleuder. „Haben Sie das öfters? Gehen Sie oft mit Hunger ins Bett? Sind Sie oft durstig?“ Das Grinsen in seinem Gesicht wurde immer breiter! Meine Antworten? Bitteschön: „Nein, nein, nein… aaaaaaber, ich bin HollĂ€nder, also chronisch verfressen und sĂŒchtig nach SĂŒssem, generell wĂŒrde ich sogar sagen in meinen Adern fliesst KĂ€se und Schoggi! 🙂 Ich arbeite lange und esse spĂ€tabends und so weiter und so weiter. Die Antwort: „Ach ist ja interessant und aussergewöhnlich! Naja Sie werden Insulin benötigen!“ *BummbĂ€ng*

Über die Jahre hinweg, hab ich mir ein leicht kĂŒmmerliches Anheben einer Augenbraue antrainiert. Das wirkt so „seriously?“ Blöderweise klappt das nicht immer, weshalb dann beide Augenbrauen hochgehen, was schnell aus einem „serious“ ein „ohmeingottmussichsterben“ macht! „DoischsEmojiwieder“

Ratet mal was jetzt zum Einsatz kam?! Genau, beide Augenbrauen. „HalloHandanderStirn“ Anscheinend wirkte ich doch noch ziemlich angepisselt, weshalb die Beraterin einsprang. „Wir geben nur Empfehlungen, die Entscheidung liegt bei Ihnen.“

Der Arzt fragte weiter nach dem Baby, wie es ihm denn so gehe, wie gross es jetzt sei und wie die Perzentille (Klingt fĂŒr mich schwer nach kleinwĂŒchsigem Dinosaurier) sei. Jetzt waren beide Augenbrauen weit oben… was??? Keine Ahnung was die Perzentille meint, aber dem Baby geht es super!

Wir einigten uns auf eine weitere Woche „Nödele“, denn Check bei der FrauenĂ€rztin abzuwarten und dann weiter zu entscheiden.

Dazu dann mehr im nĂ€chsten Blog, der kommt auch schneller, versprochen! 😉

PS: Meinen Fingern gehts ĂŒbrigens gut, wenn auch sehr Blutleer und rot gepĂŒnktelt. 😉