Honeymoon und vom Winde verweht…

Was folgt nach der wunderschönsten Hochzeit? Die wunderschönsten Flitterwochen! Wie bei uns gewohnt, nicht unspektakulär! 🙂

«First Class Passagiere jetzt bitte einsteigen» was für ein Erlebnis und Start in unsere Traumreise! Miami here we come! Wir kommen in unserem Hotel in Miami Beach an und bekommen eine wirklich unverständliche Französin als Empfangsgeschenk. Hällo Miester än Miess Blaser, häu ar iu tudä? Neiss tu häf iu hier! Das war das einzige, dass wir verstehen konnten. Danach hörte es sich nur noch verschlucktem Brie an.

Das Hotel war toll, allerdings wie immer… 3 Zimmerwechsel. Der Erste Wechsel fand nach der ersten Nacht statt. Nach den Ausblicken auf Geschwängeltes von 4 Proleten in den Cabanas unter uns, inklusive Machtkämpfe um die eingeladenen Ladies, bevorzugten wir dann doch ein ruhigeres Zimmer. Es waren ja schon unsere Flitterwochen, aber im zweiten Zimmer war alles so beengt, dass dann doch eine Suite her musste. Ab da war’s perfekt! (Hotel W, Miami Beach für jene welche, die es interessiert)

In den 5 Tagen wo wir in Miami waren, wütete in Texas bereits Kollege «Harvey». Zum Glück hatten wir einen SUV, (Moment muss den Ehemann fragen, wie das Gefährt hiess… Grand Cherokee.. isch gärngscheh) denn die Strassen standen irgendwann unter Wasser. War witzig so zu fahren, weniger witzig wenn man bedenkt, wieso die Strassen so aussahen.

Miami Beach wird uns wohl eher nicht mehr sehen. Für das Wasser-Mokka-Geköche dort bekomm ich hier den Kaffee frisch geröstet zum halben Preis. Aber die lieben Amis sind ja nicht für ihren Kaffee bekannt. 😉 Ausserdem sind wir Senioren für das Partyleben dort nicht gemacht. Manreichemirmeinengehstock

Am 28. August ging’s dann weiter mit der Bahamas Air. Der Pilot hatte genau dann seinen allerletzten Flug und sein Team selbst zusammengesucht. Gospelparty Crew ahoi! 🙂 Was für ein Spektakel. Beim Abflug gab es sogar Wasserfontänen von der Feuerwehr die Spalier stand und das Flugzeug «taufte».  Während des Flugs wurden alle Tickets eingesammelt, es gab 5 Gewinne. Wir haben uns für die Gewinner gefreut! (Merksch… mr hän nüt gwunne 😛 ) In Nassau dann wurde lauthals Happy Birthday von allen gesungen, denn der Captain hatte auch noch Geburi! Leider mussten wir so hetzen damit wir unseren Anschluss nicht verpassen, dass wir nicht mitsingen konnten. Sorry gäll!

Das Hotel war einfach der Hammer! (Sandals Emerald Bay.. check it out now… na wer hat einen Ohrwurm? My Pleasure! 😉 ) Haltet euch fest wie unser Room hiess: «Prime Minister Honeymoon One Bedroom Beachfront Walkout Butler Villa Suite» luftholen Bin ich, wenn ich das schnell aussprechen kann, schon Rapper? Ein wunderschönes Zimmer mit Wohnzimmer, begehbarem Kleiderschrank, grossem Bad, Gäste WC, Wohnzimmer, direktem Blick zum Meer und wie der Rekordverdächtige Name schon sagt: Ein Schritt von der Terrasse und man steht im feinen Sandstrand!

Auch eine Hängematte war direkt davor. Manchmal bin ich nicht sicher ob dies nicht sehr zum Leidwesen meines Mannes war. Ihr müsst euch vorstellen, Pärchen liegt in der Hängematte, zu Zweit logischerweise… und Frau quasselt ohne Luft zu holen. Rapper die nächste?! Wir sehen uns den Sternenhimmel an, ich schaukel bis der Ehemann Seekrank wird (I like festes geschaukel 🙂 ) und frage ihn Löcher in den Bauch. «Glaubst du, da draussen gibt’s noch was? Weißt du welcher Stern wie heisst? Wo sind die Sternbilder? Wie weit ist dieser Stern weg? Siehst du das Gesicht des Monds?» und JA der Mond hat ein Gesicht!! Der Ehemann sieht einen Wolf?! Waaas? Der Mond ist meiner Meinung erstaunt, denn er macht einen 0-Mund. Ehemann hat nennen wir es mal… keine Lust mehr… Frau lad dir die App „SkyView“ runter und lass mich in Ruhe…! Frau macht, Frau ist noch mehr fasziniert und muss ALLES was sie in der App entdeckt, dem Ehemann erzählen! ischnämlechächtwichtighetmedrübergredetweisch!

Wenn ich meinen Mann nicht gerade zu texte (bereust du eigentlich die Ehe schon?), rufen wir per Butler-Telefon, den Butler, er bringt Champagner und Pizza. Morgens um 10. Kevin war echt richtig richtig toll! Wir haben sogar zusammen mit ihm Z’Nacht gegessen, weil wir ihn wirklich mochten… ausserdem bin ich wohl keine „Rich Bitch“! Ich kann ihn nicht die ganze Zeit für mich in der Hitze rumrennen lassen, nur weil es meine Ferien sind…

Nach Wasseraerobic, Partner-stretching dass nicht statt fand und Luftmatratzen Abstürzen meinerseits im Pool (davon gibt’s ein Video 😉 ), kam was kommen musste. Ich Kalkleiste hatte mich extra mit 50ger Schutz eingecremt und hatte einen fiesen fetten Sonnenbrand! Unterarme, Beine, Rücken… alles war rot!! Nur meine Narbe nicht, die habe ich gehütet wie meinen Schatz, ergo war der Hals immer noch weiss! Ich sah aus wie ein wandelndes Durchfahrtverboten-Schild! Kevin the Butler schnitt extra AloeVera in unserem Gärtchen für mich, danach war ich nicht mehr nur rot, sondern auch noch gelb! Ein chinesisches Durchfahrtverboten-Schild sozusagen. Es half alles nichts, was macht man dann? Genau, Schwiegermami zuhause nach Rat fragen. Reib dich mit Tomaten ein, das lindert den Sonnenbrand! Ok, wir also den Butler in die Mission Tomate geschickt. Natürlich musste ich einen kompletten Tomatenausraster haben, so schmierte ich es nicht nur ÜBERALL ein, nein ich legte auch Scheibchen überall auf, wo ich nur konnte! So lag ich also im Bett und sah aus wie eine lebende Salatschüssel! AloeTomatensalat next level. 🙂

Zu diesem Zeitpunkt war Irma die wütende Tornadosau bereits geboren. Wir beobachteten jeden Tag, wo sie durchzog und waren stets unsicher, ob sie uns nicht noch besuchen würde. Es war dann wirklich auch so! Hier also noch die Geschichte des Hurricanes Irma:

3 Tage vor unserer Abreise wurde bereits vom Hotelmanagement vorgewarnt, Irma kommt! Und sie nahmen mir einfach meine Hängematte 2 Tage vorher weg!! Wieso??? Wie sollte ich denn jetzt meinen Mann 10 Minuten lang in den Schlaf reden und dann eine Frage stellen?? Anyway, wir wussten, Irma wird direkt über unsere Insel hinwegfegen. Wir waren versucht den Flug umzubuchen. (Hilfe von unserem Reisebüro Fehlanzeige… danke dafür!) Der Himmel wurde immer grauer, der Wind immer stärker, das Meer immer unruhiger.

Noch einen Tag bis zum Abflug und noch 2 Tage bis zum Auftreffen von Irma. Unser Butler warnt uns, dass am Flughafen bereits Schlägereien wären, denn alle die keine Tickets hatten, versuchten in die Flieger zu kommen, koste es was es wolle! Wie wir uns fühlten, kann man sich wohl denken.

Der Tag der Abreise ist da. Nachdem es zuerst hiess es wäre alles ok, der Transfer geht normal, geht plötzlich doch die Hektik los. Wir müssen SOFORT zum Flughafen 7 Stunden vorher! Wir gehen in die Lobby und sehen, wie immer mehr Leute sich versammeln, darunter auch diejenigen, die Ihre Flüge vorgezogen hatten. (Witzig denn bei uns hiess es noch, Flüge ausgebucht) Nach einer Stunde warten, geht dann endlich der Transfer zum Flughafen. Na gut, jetzt sind wir also nur noch 6,5 Stunden vor Abflug am metropolisch (gibt’s dieses Wort überhaupt??) veranlagten Flughafen. 5 Schalter gibts *hörthört!* und einen Warteraum, der sogar einen kleinen Souvenir Shop hat! 🙂 Wir checken ein, gehen rauchen, gehen durch die Kontrolle, gehen wieder zurück und wieder rauchen etzeteraaa pepee! Irgendwann wird uns dann auch verboten rauszugehen, somit sind es jetzt noch gefühlte 4-5 Stunden in dem Warteraum. (Und ja… ich kannte den Shop danach auswendig, habe aber nichts gekauft!)

Wir plaudern mit Amis, Schweizern (Schreib mir mal, falls du das liesst 😉 ) und allen anderen, während sich plötzlich der Saal anfängt zu füllen. Unser Hotel wurde evakuiert. Alle da, zu wenig Stühle, zu wenig Luft, Souvenir Shop Verkäuferin wird reich! 😛

Okay, Verständnisproblem! Unser Flug ist der Letzte, der noch zwischen Miami und dem Inselchen fliegt, wo sollen also alle Leute hin?? Und by the way, mittlerweile wissen wir auch, dass unser Pilot dank der Panik in Miami im Stau steht und wir somit auf unseren Flieger noch länger warten müssen… falls er überhaupt noch kommt!!

Wir überlegen uns Verstecke/Sicherheiten auf der Insel, da wir annehmen müssen, während des Hurricanes auf der Insel festzustecken. Langsam wird auch die Stimmung im überhitzten Wartesaal ängstlicher, etliche (natürlich Frauen, Männer sind ja stark) weinen. Ich nicht, ha Hurricane Erfahrig weisch…!

Es ist soweit und eeeendlich kommt ein Flieger… NICHT UNSERER!! Unser Pilot bevorzugt professionelles Staustehen in Miami, während eine extra Crew nochmals zu uns fliegt und die Evakuierten abholt. Und wir? wir dürfen nochmals eine Stunde oder Zwei weiter warten und hoffen, dass noch jemand kommt…

Mittlerweile wissen wir, dass wir uns in die Kirche auf dem Mount Bahama (Nein, ihr müsst nicht googeln, den gibts nicht) retten würden.

Der Wind geht langsam immer stärker, alle Touristen ohne Flugticket sind evakuiert, Personal ist in den Häusern oder auch evakuiert, Fenster und Türen sind abgesichert, denken die Bahamesen… Bahamajaner… Bahamer… Bahamänder??… zumindest und wir? Wir warten…

Unser Flieger ist da!! Wir können endlich zurück nach Miami, dann innert ca. 45 Minuten umsteigen und nach Hause!! 🙂

Unser Gepäck kam dann übrigens auch eine Woche später in Zürich an.

Wer bis jetzt gelesen hat, danke dafür! 😉

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