Monthly archives "September 2017"

Cheekyless – Part IIII

Ein Blumenmeer segnet meinen Zimmertisch! Ich hab nicht nur den wunderbarsten Ehemann, die allerbesten Freunde und Familie, nein ich habe ein TOLLES LEBEN… und ich bin immernoch high! 🙂

Sogar die hollĂ€ndische „gib mir Futter“ Frau staunt nicht schlecht, redet aber partout kein HollĂ€ndisch mit mir! Wahrscheinlich denkt sie, ich bin so High, dass ich sogar schon hollĂ€ndisch kann… not! 😛

Noch am gleichen Tag der OP bekomme ich Besuch von beiden Operateuren… Operatoren? Metzgern! 🙂 Beide meinen, so einen Cheeky noch nie gesehen zu haben. Ist das jetzt gut oder schlecht? Ist Cheeky ein Problemkind und keiner will es adoptieren, oder ist er Handzahm, beisst nicht und everybody’s Darling? Die Op lief gut, keine Komplikationen (puuuhh). Der Grund warum es lĂ€nger ging, waren die Schnellschnitte von Cheeky und den beiden Lymphknoten im Hals. Jawohl die wurden vorsichtshalber gleich mit entfernt. Ey, die wollte ich eigentlich behalten, aber ok, hab ja noch ein paar davon. Die Schnellschnitte zeigten keine Gefahr. (puuuhh zum Zweiten!) Ich behalte meine Hoffnung und denke immer noch, jetzt ist alles vorbei! Nur meine Karl Dall Lippe… Ach herrjeee.. Wieso muss ich meinen kompletten Körper eigentlich immer benamsen wie Haustiere?! Cheeky, Karl Dall Lippe und wusstet ihr, dass meine kleinen Zehen Tick und Tack heissen? Mein grosser Zeh auf der rechten Seite heisst Trick, da er auf Grund eines Pole Tricks kaputt ist. Sehr wichtig zu wissen, interessiert keinen, musste aber gesagt sein! Und wer zum Henker nennt sein Haustier Karl Dall?

ZurĂŒck zum Thema, mein Verband ums Gesicht hĂ€lt nicht, ich seh aus wie ein Turbanese mit AbflugohrlĂ€ppchen! Gott Sei Dank wird der neu gemacht. (Man achte ich auf mein OhrlĂ€ppchen auf dem ersten Bild! Sieht aus, als wĂŒrde mein HalszĂ€pfchen durch den freien Durchgang der Lymphknoten versuchen abzuhauen, wer weiss wen sie als nĂ€chstes nehmen! Rette sich wer kann!)

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Geschwollen, gelĂ€hmt und die Zunge nicht rausstrecken könnend, hau ich mir ohne RĂŒcksicht auf Verluste mein heiss geliebtes Zungenpiercing wieder rein. Man stelle sich das so vor: Zungenspitze knapp ĂŒber den Karl Dall Lippen, Mund ca. 1,5 cm geöffnet, weiter ging ja nicht, NĂ€gel halten das Piercing, Sabber lĂ€uft (sorry fĂŒr die Bilder im Kopf!), KĂŒgelchen flutscht weg und alles wieder von Vorne! Aber es war drin!!

Es ist Tag 1 nach der OP:

Ich bekomme Besuch und freu mich riesig, was man an meiner Unterlippe leider nicht erkennen kann. Die ist nĂ€mlich auf der rechten Seite gelĂ€hmt und lĂ€sst sich nicht mehr runterziehen. 2 FreundespĂ€rchen kommen mich besuchen und natĂŒrlich der Ehemann! Sie schieben mich im Rollstuhl zum 4. König an den Rhein. (Mit HandtĂ€schchen, auch Drainage genannt). Ich bin vom Ganzen Morphin immer noch high… like that shit 😉 … bemerke aber nach einer guten Stunde, dass ich nicht mehr mag und werde wieder zurĂŒck in mein Zimmer/Bett geschoben. Die Besuchszeit ist rum und so darf meine Freundin (sorry mi liebs!) nicht mehr zu mir! Ich habe ein mega schlechtes Gewissen, alle „allein“ zu lassen, aber kann ja nichts dafĂŒr. 🙁

Tag 2 nach der OP (Samstag):

Eigentlich hĂ€tte heute meine Drainage entfernt werden sollen, damit ich am Sonntag nach Hause kann. Denkste! Meine Wundheilung denkt, nö-ö! VUPM: Very Unimpressed Piece of Meat! Viele Ärzte, Assistenten und Krankenschwestern kommen immer wieder vorbei, eigentlich fĂŒhl ich mich total wohl im Unispital! Es wird gekocht, auf Knopfdruck kommt immer jemand vorbei, sie geben dir Drogen (nur Novalgin und Morphin keine Sorge) und man hat ein ZimmergspĂ€ndli zum quatschen! Ja, trotz Leichenstarre-von-der-Lippe kann ich quatschen. 😉

Tag 3 nach der OP:

Mein Mann besucht mich, trotz weitem Weg und unendlich viel Arbeit, jeden Tag. Heute sogar mit seinem Kollegen. Wir gehen in den Garten, wo ich krampfhaft versuche, dem Teufel zu meiner Rechten zu widerstehen: „Komm schon, nur eine Zigarette, kann dich ja nicht gleich umbringen!“ Ich widerstehe zum Teil und ziehe 2x an der Fluppe des Ehemanns. Am Abend ist das dann endlich soweit, meine Drainage darf raus! Tat wirklich null weh! Ich fĂŒhl mich total befreit, denn schlafen mit Schlauch im Hals, wenn man ein riesen „Heutierli“ ist, bringt so seine Gefahren mit sich.

Tag 4 nach der OP (Montag):

Ich kann nach Hause!!! Juhuuuuu

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Miiiiiiiips (unsere Hausdiva genannt Katze, aka Motz, manchmal auch Miss, richtiger Name Syrah… JA wie der Wein!) Ich bin Zuhauuuuuseeee!!! Katze flĂŒchtet! 😀

Am 04.08.17 muss ich zum FĂ€denziehen, dann sollten wir erfahren was ich habe. FĂŒr mich beginnt die schlimmste Zeit, nur weiss ich das noch nicht! Nicht nur wegen der Warterei auf das Ergebnis, sondern auch wegen den Schmerzen die Zuhause auf mich warten!

Ich war geschlagene 2 Wochen krankgeschrieben. Kein Sport fĂŒr mindestens 4 weitere Wochen! Abwarten, am 05. werde ich mich definitiv „teilweise ArbeitsunfĂ€hig“ schreiben lassen!

Die Tage bis dahin waren hart. Ich schlief praktisch 24/7 und hatte Schmerzen. Im Vergleich zum Poleschmerz aber Peanuts! 😉 Nur Aufstehen ging nicht wirklich! FĂŒr mein ADHS geplagtes Wesen, eine riesen Tortur!

Alles hat ein Ende nur die Wurst hat 2…. *sing* Es ist der 04. 08. wir gehen zum FĂ€den ziehen…

Wieder ein HollĂ€nder der stur Deutsch redet! Langsam zweifle ich echt an meinen SprachkĂŒnsten. Er zieht die FĂ€den, schaut sich alles an, meint es sieht super aus. Ergebnis? Was war Cheeky? „Oh, das können wir leider noch nicht sagen!“ Cheeky stellt sich etwas stur! Getestet auf Krebs, sagt er „jaja, bin ich!“ getestet auf OhrspeicheldrĂŒsenkrebs sagt er „nö-ö!“ Wir machen jetzt so Farbschichttests, die dauern einige Tage, in einer Woche wissen wir mehr. Nun bekommt mein Cheeky doch tatsĂ€chlich noch eine Farbtherapie verschrieben… ich mach was falsch… 😉

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Gute Reise Cheeky – Part III

„Ehemann, morgen um diese Zeit werde ich aussehen wie Frankensteins Tochter“. Der Abend vor Cheeky’s Adoption war fĂŒr meinen Magen etwas zu viel des Guten. Ich war nervös und freute mich gleichzeitig, ihn endlich loszuwerden!

An dieser Stelle eine kurz, eingeschobene Geschichte: Mich fragte ernsthaft eine Bekannte, ob ich nicht Angst hĂ€tte, mein Mann wĂŒrde mich verlassen, da ich ja nach der OP eine; Zitat: fette Narbe im Gesicht haben wĂŒrde?!“ WTF…! Ich weiss, ich sage es in jedem meiner Blogs und darum gleich noch einmal: Die Jenigen, die wirklich so oberflĂ€chlich sind, bitte verzieht euch aus meinem Leben!! Mein Mann hat mir schon vorher bewiesen, dass ich mir keinen Besseren wĂŒnschen könnte, aber seine Antwort darauf war herzzerreissend fĂŒr mich: „Schatz, ich werde deine Narbe sexy finden, denn weisst du was? Es ist ein Zeichen davon, dass wir das zusammen durchgestanden haben!“ Und nun zu der Bekannten… Ist dir schon einmal aufgefallen, dass Harley Quinn gefĂ€hrlicher werden kann als eine f** Barbie?! Ich mach mir Zöpfe in Pink und Blau zu Halloween und werde authentischer sein als du in deinem Vampirdress! Ach und ich bin bissiger 😉 (Jetzt wĂ€r lache agseit… fĂŒr diĂ€ wos begriffe;-) ) Hahaha

Der nĂ€chste Morgen. Es ist 5 Uhr (AM jawohl… Am Morgen!) und ich versuche so ruhig wie möglich zu bleiben, trinke mein letztes Glas Wasser und frage mich, wieso man vor einer OP eigentlich nicht rauchen darf. Soll ja nichts im Magen sein ok, aber Rauch? Das Blut soll rein sein… aha!

Wir fahren ins Krankenhaus natĂŒrlich gleich mal in die falsche Ecke des Labyrinths! Wir laufen durch sĂ€mtliche GĂ€nge bis wir endlich in der Bettenstation sind. Wir werden hektisch empfangen (Super, mein Blutdruck, ey nehmt bitte RĂŒcksicht ich bin nicht mehr die JĂŒngste!) „Oh, Frau Blaser… bitte sofort umziehen, alle Piercings raus, hier ist ihr Zimmer! Es geht gleich los!!“ Wisst ihr eigentlich wie lange es dauert, bis ich mein komplettes Metal entfernt habe?? Ich zieh mich um und fange an zu heulen. Wieso? Keine Ahnung… ich schiebs mal wieder auf die Hormone und die Angst vor dem Unbekannten. 🙂 Mein OP-Bett kommt ins Zimmer, also natĂŒrlich mit persönlichem OP-Bett-ich-schieb-dich-dann-mal-nach-nirgenwo-Helfer. Ich frage ihn, ob ich mein BlutauffangtĂ€sschen auch entfernen muss, was ihn sichtlich ĂŒberfordert. Das Grinsen war auf meiner Seite. 😉

Mein Mann darf bis kurz vor den Operationsvorraum mit, ich sag ihm „bis bald“ mit TrĂ€nen in den Augen und werde in den OP-Vorsaal geschoben, die Reise beginnt.

„Hallo, kennen Sie mich noch? Ich bin ihre AnĂ€sthesieĂ€rztin… Hallo ich bin der Assistent… Hallo ich bin Assistentin Nr. 2… Wie geht es Ihnen?… Sind Sie nervös? Wir werden Ihnen jetzt eine Spritze zur Beruhigung geben… Oh Sie haben geheiratet?“ STOP!!!! Wer ist hier denn bitte der ADHS’ler?? Ich oder ihr?? Gib dir selber die verd** Spritze! Kein Hirn kommt da noch mit!  Na gut, was ihr könnt, kann ich auch!! Ich fange mit dem Assistenten an zu reden. Er heiratet auch bald, somit kann ich ihm gerade mal erzĂ€hlen wohin die Flitterwochen gehen sollen und wo nicht, bin ja vom Fach! *ichhadiabglĂ€nkthöhö* Mein Pflaster von der Hand wird entfernt und der Zugang gestochen. Ich hatte ja eine Sterbensangst davor, im Enddefekt hab ich nichts gespĂŒrt! *Truewords* Hinter mir höre ich die Ärztin sagen: „Sie ist zu nervös, ich bleibe hier bei ihr!“ Der Engel auf der Linkenseite sagt: Entschuldige dich sofort! Der Teufel auf der rechten: Ach was, die tun dir weh und nocken dich aus, scheissegal! „Oh nei, duet mr mega leid!“ hör ich mich sagen… Anstand siegt… noch! 😉 Sie meinte, sie hĂ€tte noch einen Patienten der total ruhig wĂ€re, alles wĂ€re also ok. Toll nun lieg ich also angeschnallt (!!) da und hab ein schlechtes Gewissen. Blöder Engel! Ich fĂŒhl mich wie in Emergency Room. Totes Licht ĂŒber mir (öhm… gibt es tote Lichter?) der Saal kalt und alle mit Mundschutz! Ich hab einen Cheeky, nicht die Schweinegrippe Herrgott nochmal!

Die Ärztin wieder: „Sie bekommen jetzt DIE Maske“. Welche Maske? Schweinchen? Jigsaw? Zombie? Ist denn schon Halloween? Ah, Co2… uncool! „Werden Sie schon MĂŒde?“ Nö! GefĂŒhlte 5 Minuten spĂ€ter. „FĂŒhlen Sie sich mĂŒde? Gebt ihr mehr!“ Nein, holy shoot! Wieder spricht das Teufelchen zu meiner Rechten: Steh auf und geh! Deine Ängste werden wahr! Die können dich nicht narkotisieren!! Du wirst enden wie deine Mutter, die nicht mehr sprechen konnte, aber alles spĂŒren konnte. Das war bei deiner Geburt, DU bist Schuld und nun soll es dir auch so ergehen! Höllenschmerzen erwarten dich! Hau Sie um, du kannst das! Mein Körper zittert ĂŒberall… Sie schieben mich in den Opsaal, ich sehe wieder tote Lichter an mir vorbeiziehen… NEEEEIIIINNNN… *Schnarch*

Ich wache auf, wieder ziehen tote Lichter an mir vorbei. Ich fĂŒhl mich komplett high und wieder reden alle auf mich ein… „Frau Blaser, wie fĂŒhlen Sie sich? Wissen Sie welchen Tag wir haben? Wo sind Sie?“ Ich bin high und nicht doof! Ihr habt Cheeky entfernt, nicht mein Hirn! „Möchten Sie ihren Mann anrufen“? JA! „Ok, wie ist die Nummer?“ Da wusste ich ja noch nicht, dass sie ihn bereits angerufen hatten. Ich versuchte 5 Minuten lang mich an die Nummer zu erinnern. Heraus kam… nichts brauchbares! 555… nein… 655656666 … 6666… Sie haben’s doch noch geschafft… OHNE meine Hilfe! 😉 Was ich ihm sagte? Keine Ahnung, der Ehemann meinte… „nĂŒt gschieds“! Das sagt er aber sonst auch öfters mal. Die OP ging statt 2,5 Stunden, laaange 5 Stunden! Es war 12.30 Uhr. Da ging etwas schief, ich weiss es!

Ich komme zurĂŒck ins Zimmer und bekomme Hilfe um Pinkeln zu gehen. Ich schiebe den armen, immer noch verwirrten OPBettschieber sehr schroff zur Seite (Adee Astand!). „Ich kann alleine zum Klo!“ Warte mal, da war doch die Rede von einem Katheder? Jetzt weiss ich, wieso mich alle fragten ob ich dringend mal muss. Kein Katheder, keine Unterhosen und ey dude… where are my socks??

Ich leg mich ins Bett, rede mit meinem Ehemann (wieder nĂŒt gschieds!), schlafe ein und kein Witz, trauere irgendwie Cheeky hinterher! Ich fĂŒhle VerbĂ€nde, alles ist geschwollen, wie gehts jetzt weiter?? Schlaf gut!

Zur Abwechslung keine grossen Witze in dem Blog, denn wie soll man bitte ĂŒber eine OP, die man nicht mitbekommt, witzeln? NĂ€chstes Mal dann wieder. 🙂

Hoffe, euch hat der Blog trotzdem gefallen. Bis zum nĂ€chsten Mal! 😉

Liebe GrĂŒsse

Cheekyless-Jenny 🙂